Flyer

Unser erster Flyer ist fertig. Vom ersten Entwurf bis zur gedruckten Version vergingen über 14 Monate. Unser Ziel war Freifunk möglichst ohne Fach-Chinesisch zu erklären, um IT-ferne Leser zu erreichen. Auf zwei DIN-A4 Seiten beschreiben wir kurz, knapp und leicht verständlich den Weg zum Freifunker. Die häufigsten Fragen beantworten wir so gut, wie es der beschränkte Platz erlaubt. Weitere Fragen beantworten wir gerne. Am nächsten verkaufsoffenen Sonntag (30. April 2017) werden wir an einem kleinen Stand über Freifunk informieren und fertige Freifunkrouter anbieten.

Der gedruckte Flyer liegt seit gestern an zahlreichen Stellen in Rheinbach aus. Wer Exemplare zum Weiterverteilen bekommen Sie bei Optik Firmenich. Es wäre schön, wenn der Flyer breit gestreut würde und weitere Rheinbacher dazu bewegen könnte, Freifunk anzubieten.

Für die geopferte Zeit und anregende Kritik bedanken wir uns herzlich bei unseren Testlesern. Für die Übernahme der Druckkosten bedanken wir uns bei Optik Firmenich.

Flyer Seite 1
Flyer Oberseite
Flyer Seite 2
Flyer Innenseite

Behindert Freifunk mich beim Surfen?

Eine häufige Frage ist, ob Freifunk mich beim Surfen behindert. Meine generelle Antwort ist: Jein.

Natürlich brauchen die Freifunk-Router Bandbreite. Aber: Die Prozessoren der kleinen, preiswerten Router können die Daten nur mit etwa 8 bis 12 MBit/s verschlüsseln. In der Regel sind es weniger. Auf einer schnellen Leitung wird man dies nicht merken. Dazu kommt, dass die Clients einen weiteren Nachteil haben: Sie müssen über die Freifunk-Server ins Internet. Dies verlängert den Weg zum Ziel und damit die Antwortzeit.

Die Antwortzeit oder Round Trip Time (RTT) habe ich mit meinem Netbook mittels 20 Pings an zwei verschiedenen Anschlüssen gemessen. Für die erste Messung hing das Netbook am privaten WLAN, für die zweite im Freifunk WLAN. (Um beim ersten Ping keine Verzögerungen durch Adressauflösungen und Routing zu erzeugen, wurde der Server jeweils vorher angepingt.)

Hier das Ergebnis:

Netzwerk RTT Anschluss
[MBit/s]
min
[ms]
avg
[ms]
max
[ms]
mdev
[ms]
Privat 1 25,1 51,4 205,8 47,4 100
Freifunk 48,9 61,1 228,1 39,6
Privat 2 16,0 17,6 24,7 2,4 16
Freifunk 35,0 48,3 148,1 31,6

Anmerkung: Einzelne Ausreißer unter 20 Pings, verursachen einen hohen Mittelwert.

In beiden Netzen verlängert sich die RTT, wenn ich über Freifunk ins Internet gehe. Dies bedeutet, dass im privaten WLAN schneller eine Antwort ankommt und die nächste Anfrage schneller gesendet werden kann. Während der Client im Freifunk noch wartet, geht es beim privaten Client bereits weiter. Damit setzt sich der Rechner im privaten WLAN gegenüber dem im Freifunk WLAN auf Dauer stärker durch. Bisher habe ich auch von keinen schlechten Erfahrungen gehört. Selbst in Ramershoven, wo eine Flüchtlingsunterkunft über eine 2 bis 3 MBit/s Leitung angebunden war, habe ich keine Klagen des Anschlussinhabers gehört. Und die Router laufen immer noch.

Mit den Rechner direkt an die Super-Nodes?

Mein Desktop im Arbeitszimmer besitzt eine zusätzliche Wireless-LAN-Karte, um ihn ins Freifunk-Netz zu bringen. Damit kann ich über das Freifunk-Netz auf die Statusseiten der Router zugreifen. Auch der Zugriff über die Shell geht per SSH. Bisher ging dies nur mit Netbook, Smartphone, Tablet oder meinen Raspery PI als Router. Nur, was mache ich, wenn unterwegs kein Freifunk zur Hand ist?

MR3020 als mobiler Freifunk Hotspot
Die bisherige Lösung war: Einen „mobilen“ Router über Smartphone und USB-Tethering oder USB-Surfstick anschließen. Dann konnten Netbook oder Tablet ins Freifunk-Netz. Das Datenvolumen ist bei dieser Lösung sehr schnell aufgebraucht. Gäste, die sich über ein offenes WLAN freuen, saugen gerne mit am Datenvolumen. Sie finden sich binnen weniger Minuten, ja Sekunden. Wenn möglich würde ich deshalb in Hotels oder Cafés gerne ein offenes WLAN nutzen, wenn es schon keinen Freifunk gibt.
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B.A.T.M.A.N.

Nachdem gestern Abend mein Linux sich mehr oder weniger verabschiedet hat, musste ich den Rechner heute neu installieren. Die root-Partition hat mein Jonglieren mit zwei Sticks wohl nicht vertragen. Sie behauptete, es gäbe keinen Platz mehr. Vielleicht hätte ich den Rechner auch wieder so flott bekommen, aber ich war zu faul den Fehler zu suchen. Die Neuinstallation war sicher schnelle und stand eigentlich schon länger auf dem Programm.

Bei der Konfiguration fiel mir auf, dass ich die Einbindung des Rechners ins Freifunk-Netz gar nicht im Wiki beschrieben habe. Zum Glück habe ich die alten Aufzeichnungen noch auf der Festplatte gefunden. MUnter B.A.T.M.A.N. findet sich jetzt ein Script, dass dies fast in einem Rutsch erledigt. Nur die Konfiguration des fastd muss ich noch ergänzen. Am Ende ist der eigene Rechner über den fastd-Tunnel mit dem Freifunknetz verbunden.

Weilerfeld

Neue Router im Weilerfeld
Im Weilerfeld gibt es neue Router
Im Weilerfeld sind wir jetzt zu zweit. Wir würden uns freuen, wenn weitere Weilerfelder beim Freifunken mitmachen. Zur Zeit habe ich fünf fertige Router TP-LINK TL-WR841N-v11.1 (je 16€) hier stehen, die ich vor zwei Wochen auf Vorrat gekauft und installiert habe, um Lieferkosten zu sparen. Wer Interesse hat und nur eien Router aufstellen will – Netzwerkkabel an den DSL-Router und Netzteil in die Steckdose – darf sich gerne bei mir melden. Gilt natürlich auch für Nicht-Weilerfelder.

BTW: Falls der eigene Anschlussanbieter streikt, geht es dann vielleicht noch über die Nachbarn.

Firmware

Letztes Wochenende habe ich wieder eine neu Firmware erstellt. Diese sollte nun auf fast allen Routern installiert sein, soweit sie diese Woche einmal lange genug online waren und schon auf eine automatische Aktualisierung umgestellt sind. Zu beachten ist, dass die Firmware freifunk-rhein-sieg.de keine automatische Aktualisierung vornimmt, weil die Konfiguration zwei gültige Signaturen erwartet, aber nur eine Signatur definiert ist. Wer also die Firmware für Rheinbach der Freifunker Rhein-Sieg nutzt, muss seine Router manuell aktualisieren.

Am Getreidespeicher

gibt es jetzt drei weitere Router. Zwei Router haben sich die Bewohner gekauft, der dritte stammt aus einer Spende. Damit ist der Empfang von Freifunk sowohl im Haus 21, als auch Haus 23 deutlich besser. Was mir etwas Sorgen bereitet ist der Neubau neben an; der liegt leider ziemlich genau auf der Verbindung zum Router von Immobilien Brunner. Derzeit ist die Verbindung zwischen den Routern ganz brauchbar, aber es könnte sich deutlich verschlechtern, wenn das Haus fertig ist.

Aber: Erstmal abwarten und Tee trinken.

Informationen über die Router

Heute wurde mir die Frage gestellt, ob es eine stets aktuelle Datei gibt, in der alle Nodes des Netzes aufgeführt sind.

Ja, gibt es. Diese Datei nennt sich nodes.json und liegt auf dem Map-Server. Sie ist dort etwas versteckt unter
https://map.freifunk-rhein-sieg.de/data/mv/nodes.json zu finden. Diese Unterverzeichnisse auf dem Map-Server sind leider nicht indiziert und ein Aufruf der Verzeichnisse liefert den Fehler 404.

Wer ein paar Beispiele braucht, wie diese Datei in JavaScript eingebunden werden kann, der schaue mal in meinem Wiki nach.

Neue Firmware: Autoupdate und USB

Die neue Firmware von 20. Oktober 2016 bringt einige Verbesserungen mit sich. Die Firmware basiert nun auf Gluon v2016.2. Für Rheinbach erstelle ich nur noch zwei grundsätzliche Zweige: Mit USB-Unterstützung (stableusb) und ohne USB-Unterstützung (stable). Der frühere Zweig „Managed“ entfällt. Der Zeitaufwand mehrere Zweige zu verwalten und zu erstellen ist mir zu hoch geworden. Außerdem bin ich mehr oder weniger der einzige Nutzer.

Fernwartung

Wie beim früheren Zweig „Managed“ enthält die Firmware den öffentlichen Teil meines geheimen Schlüssels, mit dem ich mich bei den Router identifizieren und sie anschließend mit einer Konsole warten kann. Wer dies nicht möchte, kann den Schlüssel entfernen und ersetzt ihn bei Bedarf durch einen eigenen Schlüssel oder ein Kennwort für root.

Inzwischen sind fast alle Router, die ich verwalte aus die neue Firmware umgestellt. Nur ein paar Router sind offline und haben daher noch eine alte Firmware.

Kernel-Module

Die Firmware der Router lässt sich auch nach der Installation anpassen oder um zusätzliche Programme erweitern. Mit der Gluon Firmware werden spezielle Module für den Kernel generiert, die von OpenWRT abweichen. Diese stehen jetzt über einen Router (Link nur im Freifunknetz erreichbar) bereit, den ich dafür zum Server erweitert habe. Die Quelle der Module ist in der Datei /etc/opkg/customfeeds.conf eingetragen. Wie zusätzliche Software installiert werden kann, ist an mehreren Stellen im Wiki beschrieben.

Zeitserver

Als Zeitserver wird jetzt einer meiner Nodes verwendet. Dies hatte ich schon Ende September in einem Image eingebaut, jetzt gibt es nur noch meinen Router als Zeitserver. Die ursprünglich verwendeten Zeitserver aus dem Pool waren von den Routern nicht erreichbar. Infolgedessen hatten die Router immer eine falsche Uhrzeit. Jetzt haben alle Router jetzt ungefähr die gleiche Zeit (+/- wenige Sekunden). Das Ein- und Ausschalten der kompletten Router mit einer Zeitschaltuhr, wie an einigen Stellen üblich, kann damit entfallen und durch einen cron-Job ersetzt werden. Vorteil ist: Zwar kann keiner mehr über das offene WLAN des Routers ins Netz, aber das Netz an sich bleibt erhalten.

Autoupdate

Einer meiner Router dient als Server für die Firmware. Wenn die Funktion Autoupdater aktiviert ist, laden die Router automatisch die aktuelle Firmware. Ganz wie bei Samsung und Co. Derzeit ist die Funktion bei der Erstinstallation mit dem Factory Image ausgeschaltet und muss von Hand eingeschaltet werden.

Die Firmware wird nur von mir signiert; leider bin ich nur einer. Wenn sich noch ein, zwei oder mehr Mitstreiter an der Technikfront treffen würden, könnten wir ein „Mehr-als-zwei-Augen-Prinzip“ einführen. Aber dieses Schicksal trifft mich in der Regeln nicht allein. (ITIL in einer Person.)

Die Funktion es Autoupdate wird mir in Zukunft einiges an Zeit ersparen. Künftig muss ich die Firmware nicht mehr aufspielen. Darum kümmert sich der gute Router künftig selber.

(Natürlich könnte ich an Stelle eines Routers auch diesen Server nehmen, aber dazu müsste ich ihn ins Freifunk Netz einbinden, was etwas mehr Arbeit ist, als einen Router entsprechend zu konfigurieren.)

USB-Support

MR3020 als mobiler Freifunk Hotspot
MR3020 als mobiler Freifunk Hotspot
Mit der neuen Firmware gibt es auch einen Zweig stableusb, der an Routern mit USB-Port den Betrieb von USB-Geräten ermöglicht.

Derzeit nutze ich einen TP-Link TL-WR1043ND v2 mit einem 16 Gigabyte USB-Stick als Server für die Firmware im Freifunknetz. Ein TP-Link TL-MR3020 wird mittels USB-Tethering und einem Smartphone zum mobilen Freifunk Hotspot. Aufgrund des geringen Speichers lässt der MR3020 nicht mehr zu. Für die USB-Pakete musste schon die Statusseite weichen.

Bei Routern ohne USB-Port ist die Firmware in beiden Zweigen identisch.